morgens um 6:04, wenn bei den meisten der wecker klingelt zum aufstehen, erblickte ich 1980 ende august den ernst des lebens.
und dies ging nicht gerade leicht von der hand, da schon vor der begrüßung aus lauter aufregung mein herz sich eine auszeit genehmigte
und ich schließlich mit spät eingelöstem direktticket per keiserschnitt kam.
da war ich nun mit meinen stolzen 58 cm und 4200 g, die mir auf anhieb den titel als größter brocken des krankenhauses einbrachten.
reifen und gedeihen durfte ich dann in obhut meiner eltern in einem frisch gekauften haus in danndorf. die meiste zeit verbrachte
ich erstmal auf dem pott, da mein po immer so arg wund war, und so ließ es sich freiluft auf dem töpfchen am besten gehen. so schob
ich mich mit töpfchen als untersatz in der gegend herum, bis es auch schon in den kindergarten ging. und auch das fussballspielen
sollte schon mit jungen jahren für mich losgehen. auch eine andere große leidenschaft, das skifahren wurde bereits im alter von 4 jahren
mit dem ersten skiurlaub in der schweiz bei mir entfacht. nachdem 3 jahre die kindergärtnerinnen mit den neu gewonnenen freunden zur
verzweiflung gebracht worden, ging es mit 7 jahren nebenan in die grundschule. auch wenn somit der erste kleine ernst des lebens losging,
ungezogen war ich trotzdem allemale. doch irgendwie besinnte ich mich bald doch zu etwas mehr gehorsam, was am ende der grundschule
2en auf dem zeugnis loch und löcher bedeutete. neben der schule hatten sich freunde gefunden, und so gründeten wir eine bande und hatten
in wäldern und überall anders viel spass.
mit 11 jahren ging es in ungewohnte umgebung nach velpke auf die orientierungsstufe der carl-friedrich-gauss-schule,
wo man der legende zur folge von älternen haupt- und realschülern kopfüber auf der toilette zur begrüßung getauft würde -
zum glück eine legende ohne wahrheitsgehalt.
sportlich wurde mein leben neben fussball mit badminton bereichert, wo ich jahre lang voller freude am ball bzw. netz war.
schulisch fiel es mir auf der OS ein wenig schwerer, sodass sich zu den 2en auch mal 3en gesellten. kurzum gab es ende der 6.klasse eine
gymasalempfehlung mit leichten abstrichen, was mich noch weiter weg in die stadt wolfsburg verschlug, auf das theodor-heuss-gymnasium.
zu hause an der hauptstrasse stand das leben auch nicht still. mittlerweile bauten meine eltern voller eifer die nächsten 2 wohnungen im haus
aus, bis wir am ende in der 3. wohnung wohnten und die anderen beiden wohnungen vermietet werden konnten.
mit 14 jahren war dann in der 7.klasse die gestiegene leistungserwartung merklich, die folge waren doch aufdringlich viele 4er und sogar ein 5er
verirrte sich auf meine giftblätter. so verbrache ich insgesamt 8 jahre auf dem THG, inklusive extrarunde in der 12. klasse.
neben der schule spielte ich bis zur a-jugend weiterhin fussball bis ich ca. 20 jahre alt war. und daneben wurden natürlich auch mädels zunehmend
interessanter, so lernte ich mit 18 jahren meine erste große lieber kennen. nadine war mit ihrer familie bei uns zur miete eingezogen und bei
nachhilfe in mathe fing alles so langsam an. selbst über 8 jahre später waren wir noch ein paar, wobei die jahre mit vielen höhen und tiefen
verbunden waren. auch wenn meine mathefertigkeiten zum glück für die kleine nachhilfe reichten, wurde es in der schule enger.
jedoch ließ sich das letzendliche erreichen des abiturs auf anhieb dank der nachprüfungen als eines der schönsten erlebnisse in meinem leben
verbuchen.
raus aus der schule, stellte sich das leben nicht gerade als wunschkonzert heraus. ich war der überzeugung, dass ich meine berufliche bahn in die
kreative richtung einschlagen wollte. so absolvierte ich zunächst ein praktikum in einer werbegentur und nebenbei verdiente ich mir ein bischen
kleingeld mit dem ausfahren von pizza. ich hatte mich dazu entschieden, zunächst eine ausbildung zu machen und so erstmal was handfestes,
praxisnahes zu machen. doch leider bewarb ich mich jahr für jahr vergeblich für den beruf des mediengestalters, zuletzt zwar in der auswahl
der letzten 3 auf eine stelle, übrig geblieben von mehreren 100 bewerbern, geklappt hat es aber leider nie.
auch für ein designstudium schienen meine fertigkeiten bei weiten nicht auszureichen, sodass irgendwann umgedacht werden musste.
so bekam ich sommer 2004 eine ausbildungsstelle als industriekaufmann in hannover, was einen umzog nach hannover bedeutete. zuvor
verließ ich bereits 2002 das nest und hatte in hehlingen meine ersten 4 eigenen wände. in hannover sollte es dann überhaupt nicht passen,
ob nun mit dem beruf oder auch der firma, es passte einfach nicht. so beschloß ich nach reiflichen überlegungen, die ausbildung zu schmeissen,
um nun zu studieren. mittlerweile bekam meine allgemeine soziale ader mehr gewicht, sodass ich mit dem gedanken spielte, ein halb jähriges
soziales praktikum zu machen, um danach 6 semester sozialpädagogik zu studieren. zum anderen bot sich die möglichkeit, in wolfenbüttel
medieninforamtik anzufangen, was von der designschiene nicht unendlich weit weg zu sein schien. so machte ich meine entscheidung davon
abhängig, ob ich auf der fh in wolfenbüttel genommen werden würde.
so war meine freundin nadine heilfroh darüber, dass ich die segel in hannover gestrichen hatte und wir so in vorsfelde in ihrer wohnung
zusammenziehen konnten. losgehen sollte das informatik-studium im märz 2005. dies bedeutete tag für tag eine reise per bus und bahn von insgesamt
über 3 stunden. und auch das studium selbst erwieß sich als sehr zeitintensiv und -aufwendig, wobei ich zu beginn arge schwierigkeiten damit
hatte, da ich ein effektives lernen die jahre zuvor nach meinem schulabgang ein wenig ver-lernt hatte. nach einer recht ernüchternen bilanz
nach 2 semestern lief das folgende semester zum glück entscheidend besser.
nach über acht jahren trennten nadine und ich uns mitte/ende 2006 im guten, worauf ich fast pünktlich zum semesterbegin
eine wohnung in wolfenbüttel gefunden habe.
nun genieße ich die vorzüge des wieder alleinewohnnens und die nähe zur fh. nur habe ich jetzt vornehmlich an den wochenenden die zeitraubende
reise gen heimat am hacken, ganze 3 stunden für eine strecke. so schaue ich in erster linie freitags und sonntags beim fussball vorbei und
kurve nach wie vor samstag abend ein wenig durch wolfsburg's straßen. das hinter mir liegende 4. semester war mit abstrichen zufriedenstellend,
und dank der tollen erfindung namens studiengebühren und vorerst scheidender bafög-unterstützung drückt der finanzielle schuhe
zunehmend unangenehmer.
nach fast zwei jahren in wolfenbüttel fühle ich mich nun heimisch hier, wobei ich nun im wohl schönsten haus wolfenbüttel's wohne,
im alten, schick restaurierten sternhaus. außerdem ist nun das vordiplom unter dach und fach. im moment bin ich nahezu rundum sehr zufrieden.