RAMMSTEIN
01.06.2001
Hannover

Im Jahre 2001 begab es sich, dass ich endlich das 3. Mal Rammstein live sehen durfte. Die Freude war groß, zum letzten Termin der Deutschland-Tour nach Hannover in die Preussag Arena zu fahren. So waren die Vorbereitungen dazu kolossal! Sebi hatte sich seine Jeans geschnappt und sich fern von Wohnraum auf dem Dachboden daran gemacht, seine Hose von oben bis unten silber anzusprühen, Rammstein-like halt. Darüber hinaus besorgten Denis, Sebi und ich uns kurz vor der Abreise gen Hannover ohne Ende rotes Haarspray, um es den Feuer-Pumuckeln von Rammstein gleich zu tun. Nur sah´s leider dann doch nicht so geil aus, da wir eher wie Besucher eines Pink-Konzertes aussahen... An der Preussag Arena angekommen, staunte ich mal wieder nicht schlecht über die Vielfalt an Menschen, die sich an dem Feuerspektakel der Band erwärmen wollten. Vor der Arena mit Fans verschiedenster Art Erfahrungen ausgetauscht, betraten wir dann das riesige Bauwerk, um die Merchandisings abzuchecken und nicht schlecht über die hohen Preise zu staunen. Im Konzertbereich dann selbst war es dann schwer, sich nach vorne durchzukämpfen. Die erste Vorfreude bestand daraus, endlich auch mal die Herren von Clawfinger live zu sehen. Wahrlich wieder mal eine geile Vorband. Schließich hatte ich ca. 1995 mit der Musik von Clawfinger meinen Einstieg in die harte Musik-Welt. Leider hatte ich mir die Band live ein bischen besser erwartet, aber was soll´s. Nach der Vorband war der Umbau für den Hauptact wie immer sehr lang.
Doch dann ging´s los. 3 rot-pinke Haarmännchen staunten nicht schlecht über das fette Intro des Konzertes. Die Bandmitglieder fielen als Neugeborene aus einem Uterus und wurden von Männern in weissen Kitteln zu einer Reanimationsdusche geführt. Langsam kamen die Musiker zu sich und sie beganen langsam, die ihnen zugeteilten Instrumente zu spielen. Nach fast 10 min kamen dann die ersten Klänge des Albums "Mutter", "Mein Herz brennt". Das Bühnenbild bestand aus stirilen weissen Fliesen-Kacheln und die Gitarristen standen auf gläsernen Podesten mit Körperteilen, gelöst in Flüssigkeit... Mit jeder Menge Explosionen und Feuerspektakel, sowie absolut faszinierend böser Ausstrahlung wusste die Band ihre Fans in ihren Bann zu ziehen. Es wurden alle Songs des neuen Albums "Mutter" gespielt, sowie eine gute Auswahl der Klassiker. Lediglich musste das Publikums auf die Show zu dem Song "Bück dich" verzichten, sowie auf die die Lieder "Du riechst so gut" und "Spiel mit mir", mein Lieblingslied der Band. Eine irre aufwendige Feuershow gab´s natürlich zu "Feuer frei!", sowie eine tolle Einlage zu "Adios", wo bei dem super schnellen Gitarren-Part Richards Klampfe anfing zu brennen.
Im Vergleich zu den Shows der Jahre zuvor wurden die Feuereffekte leicht geringer gehalten, und das Lichtkonzept war auffällig bunt und abwechslungsreich und nicht so stiril wie zuvor die Jahre. Der Sound kam mir auch nicht so optimal vor, wie es schon vorherige Konzerte der Fall war. Ein wenig ärgerlich ist auch, dass der Eintrittspreis nach 1997-35 DM und 1998-40 DM, nun rund 65 DM betrug. Nicht desto trotz hatte ich mich lange auf dieses Ereignis gefreut, und wieder zu Recht. Ein Rammstein-Konzert ist immer sein Geld wert und einfach ein etwas anderes, unvergessliches Erlebnis.

WOODSTAGE FESTIVAL
07.07.2001
Glauchau bei Chemnitz

Im Sommer 2001 begab es sich, dass ich zum ersten Mal zu dem Woodstage Festival bei Chemnitz ging. Immerhin lud ein großartiges Line-Up dazu ein, natürlich besonders die Auftritte von OOMPH!, Letzte Instanz und In Extremo. Zu zweit schlugen Sebi und ich unser Zelt in freudiger Erwartung auf. Die anfängliche Skepsis darüber, ob ein Festival zu zweit witzig werden würde, verflog ganz schnell. Bei einer Bullenhitze von weit über 30´ Grad ging das Festival mit der Letzten Instanz für uns los. Nach ein paar gestochenen Dosen Bier haben wir uns bei dem Auftritt der Lokalmatadore riesig amüsiert. Um beim Poggen in den Menschenmassen vor der Bühne nicht zu kolabieren, wurde im regelmäßigem Abstand mit einem Schlauch Wasser in das Publikum gespritzt. Verschnaufpause bot der rockig gute Auftritt der Blind Passengers, worauf mit Illuminate und L´Ame Immortelle 2 ruhige Vertreter folgten, welche man sich aber gut anschauen kann.
Als dickes Minus dieses Festivals ist es dort die Regel, dass man das Festivalgelände nicht verlassen kann, ohne wieder hinein zu kommen. Jedoch wurden wir nach langem Rumgenerve schließlich zu unseren Zelten gelassen, um etwas zu tanken und Kohle zu holen, um bei dieser Bärenhitze auf dem Gelände nicht zu verdursten... Nach mehreren Bands mit eher weniger mitreisender Musik stand dann am frühen Abend der Auftritt von OOMPH!, der Höhepunkt des Festivals bevor. Leider waren die 40 min wieder viel zu wenig, jedoch war die Festivalgesellschaft ab dem ersten Ton der Band endlich wieder wach und es wurde Party gemacht, was das Zeug hält. Auch OOMPH! selber waren von der Stimmung begeistert, sodass jeder mal ins Pubikum hüpfte und Flux sogar mit seiner Gitarre in der Hand sich von den Fans tragen ließ.
Die 20 min Umbauphase für In Extremo nutzten wir dafür, noch ein wenig zu tanken, da die Lampe noch nicht ganz an war... Dann ging der Auftritt der Mittelalter-Rocker los und wir beschlossen, uns nicht wieder in die Menschenmassen zu stürzen, sondern ganz zivilisiert aus sicherer Entfernung das Geschähen zu beobachten. Naja, auch nicht ganz. Wir fingen an zu tanzen und die Texte mitzugröhlen, obwohl es bei den Texten bekannterweise teilweise nichts mitzugröhlen gibt... So waren Sebi und ich in den 40 min wohl in unserem Radius die mit dem größtem Bewegungs- und Lärmfaktor. Nach dem letzten mittelalterlichen Ton sackten wir erschöpft buchstäblich einfach zu Boden auf unsere Allerwertesten und fielen nach hinten, um in die stabile Seitenlage zu kommen... Nach interessiertem Beobachten der Festivalgesellschaft aus der sicheren Lage auf allen vieren beschlossen wir während des wie immer langweiligen Auftritt des Herrn Boas, kurz zu unserem Zelt zu gehen, um uns frisch zu machen... Jedoch als wir aus der Ferne die schöhnen Klänge von Apokalyptica hörten, wurde es uns frischer, als erhofft. Plötzlich setzte nach der riesen Hitze am Tag nun ein derber Wolkenbruch ein, und brachte eine unsanfte Abkühlung. Zurück durch den ströhmenden Regen auf den Weg zum Festivalgelände kamen uns schon die ersten Menschenwassermassen entgegen. Vor der Bühne angekommen, bot sich uns ein Anblick von viel, viel Wasser. Nach dem Auftritt der Apokalypticas wurde aufgrund des nicht aufhörenden Regens der Auftritt von Projekt Pitchfork nach hinten verschoben... Wie weit? Im Endeffekt hatte es noch lange geregnet, sodass das Festival abgebrochen werden musste und erst viele Wochen später Projekt Pitchfork und Wolfsheim im Nachhinein ihre Auftritte in Glauchau nachholten. Natürlich sind wir da nicht mehr hin gefahren, da wir ja nicht gleich um die Ecke wohnen, sondern über 300 km entfernt. An sich ist das Auftreten der beiden Bands im Nachhinein eine schöne Geste, aber für Fernangereiste wie uns beiden eher ein Arschtritt.
Zurück zum ruhigen Ausklingen des Woodstage Festivals für Sebi und mich. In unserer feuchten Übergangs-Behausung versuchten wir uns es gemütlich zu machen, um den nächsten Tag der Abreise zu ersähnen, raus aus dem Wasserloch Woodstage. Leider wurde es diese Nacht unerwartet hundekalt, sodass ich in meine einfache Wolldecke gehüllt schon schöneren, und vor allen Dingen wärmeren Nächten nachweinte... Am nächsten Morgen ohne Regen, aber dafür nassem Zelt, machten wir uns bei oomphscher Morgenmusik aus Sebi´s Auto daran, unsere 7 Sachen zu packen und erschöpft aber glücklich gen Heimat aufzubrechen.
Dieses Festival war trotz oder gerade wegen der dezimierten Teilnehmerzahl von 2 Personen unsererseits eines der geilsten und witzigsten Festivalerlebnisse überhaupt!

12.25-12.55 Zombie Joe
13.10-13.40 Accessory
13.55-14.30 Letzte Instanz
14.45-15.25 Blind Passengers
15.40-16.20 Illuminate
16.35-17.15 L´Ame Immortelle
17.30-18.10 Keimzeit
18.25-19.05 OOMPH!
19.25-20.05 In Extremo
20.25-21.05 Phillip Boa
21.20-22.05 Apokalyptica
22.30-23.30 Projekt Pitchfork
23.55-00.55 Wolfsheim

FEUERENGEL
15.07.2001
Vinstedt bei Uelzen

Am 15.7. fuhr ich mit Jörg, der auch auf dem M´era Luna 2000 und dem Salzwedeler Parkfest dabei war, in die Pampa in der Nähe von Uelzen auf das Bikertreffen im MC Brenner 83, wo die Rammstein-Coverband Feuerengel aufreten sollte. Das Treffen war sehr schwer zu finden, sodass wir leider nicht ganz rechtzeitig zum Begin des Auftritts da waren. Auf dem Parkplatz angekommen, hörte ich aus der Ferne meinen Lieblingssong "Spiel mit mir"...
Zwischen harten Kerlen und ihren Bräuten staunten wir nicht schlecht, wie ähnlich die Feuerengel zu dem Original klangen. Auch optisch legte sich die Band ins Zeug, und sie waren sichtlich bemüht, den Rammsteinern optisch in nichts nachzustehen. Zu hören waren alle Hits und die schwere Horde kannte die Texte erstaunlich gut, sodass artig mitgesungen wurde.
Bemerkenswert waren auch die Pyroeffekte, wie der Feuerbogen bei "Du riechst so gut" oder die brennende Jacke bei "Rammstein". Am meisten rockte die Single "Ich will", die sie schließlich zum Ende nochmals gespielt wurde.
Nach dem Auftritt war mir klar, dass ich sie mir nächstes Jahr wieder anschauen würde, da sie fast jedes Jahr beim Bikertreffen in Vinstedt auftreten. Dazu war der ganze Spass auch noch für umsonst, wobei man bei solche einer Darbietung schon gerne etwas berappelt hätte.

OOMPH!
05.09.2001
Braunschweig

SUBWAY TO SALLY
27.12.2001
Braunschweig

Kurz nach Weihnachten war es soweit, dass Denis und ich Subway to Sally das erste Mal live sahen. Während die Vorband spielte, traf man bekannte Gesichter und überbrückte die Zeit bis zum Hauptact bei einem Bierchen. Dann ging es los, und Subway to Sally begannen ihr Set. Und fiel schnell auf, dass die Musik irgendwie live nicht so mitzureisen vermag. Gegenüber den anderen Mittelalter-Bands wie In Extremo und Letzte Instanz ist die Musik eine schöne Abwechselung, jedoch ist irgendwie der Takt der Musik nichts zum Mittanzen und Poggen. Denis und ich waren uns einig, dass dies wohl unser erstes und letztes Subway to Sally-Konzert war und wir nicht großen Wert auf einen Besuch eines Festivals legen würden, wo sie mit von der Partie sind. Ich höre mir die Songs der Band lieber wieder weiter auf CD an.